Montag, 27. Januar 2014

Das Wispern der Schatten von Adam J. Dalton


Das Wispern der Schatten von Adam J. Dalton
Verlag: Blanvalet
640 Seiten
ISBN: 978-3-442-26912-9
Preis: € 15,00 [D] | € 15,50 [A] | CHF 21,90

Sie nennen sich Erlöser, doch sie bringen den Tod …

Jillan wächst behütet im Reich der Erlöser auf.
Was auch geschieht, er weiß, dass der Heilige Azual ihm beistehen wird.
Bis zu dem schicksalhaften Tag, am dem aus ihm unkontrollierte Magie hervorbricht,
und er einen seiner Mitschüler umbringt. Kaum jemand ist entsetzter als Jillan.
Denn die Heiligen dulden keine magischen Kräfte neben ihren eigenen.
Als Ketzer gejagt, flieht Jillan in die Wildnis, um sich dort ein neues Leben aufzubauen.
Doch dann beschließt der Heilige Azual, den jungen Mann persönlich zur Strecke zu bringen …

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Das Wispern der Schatten habe ich mir auf Grund der Buch-Challenges Einmal durchs Regal und Eva's Regenbogen Challenge gekauft. Die Aufgabe war: Lies ein Buch dessen Cover hauptsächlich weiß ist. Gesagt, getan. Da ich nun einmal gerne Fantasy lese und mich die Story des Jungen, der über verbotene Magie verfügt und auch noch dramatischer Weise einen Mitschüler ermordet hatte, sehr angesprochen hatte, habe ich mich für dieses Buch entschieden. Ich habe Dramatik, spannende Verfolgungen und eine Story erwartet, die den Leidensweg eines Jungen beschreibt, der um seine Existenz und Kontrolle über seine Magie kämpft. Dies ist der erste Teil einer Reihe.

Zur Story:
Jillan, die Hauptfigur dieses Buches, ist ein gewöhnlicher Teenager und Sohn eines Jägers, der mit seiner Familie außerhalb der Stadt wohnt. Er liebt seine Familie über alles, aber der Weg zur Schule fällt ihm immer sehr schwer. Der Prediger und zugleich sein Lehrer hat es auf ihn abgesehen und lässt keine Möglichkeit aus, um ihn vor der ganzen Klasse bloß zu stellen. Außerdem gibt es eine Gruppe von Jungen, die ihn auf Grund seines Standes, Verstandes und seiner Freundschaft zu Hella gern verprügeln. So kommt es auch nach an einem Abend, als er wegen ungebührlichen Verhaltens in der Schule nachsitzen musste, zu einer Schlägerei. Jillan platzt dann der Kragen und aus ihm bricht Magie her, die einen der Jungen umbringt. Der Heilige Azual, Herrscher dieses Landes, ist durch eine Blutzeremonie, die an allen Menschen im Jugendalter vollzogen wird, mit seinen Untertanen verbunden. Er sieht was sie denken, sagen und hören. Falls er dies wünscht kann er sogar mittels Gedankensprache mit ihnen Kontakt aufnehmen oder Sie beeinflußen. Durch die Blutzeremonie nimmt er außerdem Ihre Lebenskraft. Man kann sich das etwas wie Vampirismus vorstellen, denn die Heiligen sind süchtig nach menschlichen Blut und den Rausch, den es ihnen beschert. Jillan stand diese Blutzeremonie kurz bevor. Als der Heilige dann erfuhr, dass ein Mord durch Magie statt gefunden hat, macht er sich sofort auf den Weg. Er möchte Jillans Blut abzapfen, um so an seine Kraft und Magie zu kommen. Er vermutet, dass Jillan in Verbindung mit dem Geas steht, der Kraft des Planten so zu sagen. Wenn er sich dies aneignet oder das Geas findet, so verspricht er sich zum Gott/Erlöser aufzusteigen zu können. Doch Jillans Eltern handeln schnell und schicken Ihn fort, um Freistatt zu finden, einen Ort wo er versteckt vor den Erlösern leben kann. So flieht er durch die Hilfe eines Helden (sozusagen einen Ritter des Heiligen) und seiner Eltern, die ihm einen Vorsprung verschaffen. Er soll nach dem Schmied Thomas suchen, der ihn dann nach Freistatt bringen kann. Auf seiner Flucht lernt er außerdem einen Wilden, der nur einen Wolf zum Freund hat, und einen Jäger aus den Bergen kennen. Dieser Jäger zählt zu den sogenannten Heiden. Diese Menschen wurden noch nicht zu den Erlösern gezogen und beten die alten Götter und das Geas an. Zusammen versuchen Sie Jillan zu helfen nach Freistatt zu kommen und den Heiligen Azual zu vernichten.

Mein Eindruck:
Ich bin leider von diesem Buch sehr enttäuscht. Ich hatte viel erwartet und leider wenig davon bekommen. Ich musste dieses Buch mehrmals zur Seite legen, weil mich das Dahinplätschern der Handlung wenig zum Weiterlesen animiert hat. Jillan hat die Bezeichnung Hauptfigur eher weniger verdient, obwohl er dies sein sollte. Meiner Meinung nach gibt es zu viele Bösewichter und es wird auch zu oft aus deren Sicht erzählt. Es gibt mehrere Heilige in der Welt und mindestens 3 davon bekommen eigene Kapitel um mal Ihren Senf dazugeben zu können. Über jenen stehen dann noch weitere Bösewichter, die sogenannten Erlöser, die dann alle D'Selle, D'Shaa, D'Zel, D'Jarn, D'schieß-mich-tot heißen und über denen dann noch Weitere. Es gibt in diesem Buch teilweise Textpassagen, da blickt man vor lauter D'Shaa, D'Selle, D'Zel gar nicht mehr durch wer was warum weshalb macht um sowieso auszulöschen oder um sich mit sowieso zu verbünden. Ich möchte nicht ganze Seiten 5 mal lesen müssen um zu verstehen wer denn jetzt eigentlich was warum und mit wem macht. Jillan macht zudem auch eine sehr eigenartige Entwicklung durch. Seine Einstellung und auch Ansichten können sich von Sekunde zu Sekunde ändern. Es macht auch den Eindruck als würde er in zu kurzer Zeit eine viel zu Große Entwicklung zum Erwachsenen durchmachen. Seine Entscheidungen sind teilweise komplett hirnlos. Ich habe mich dann auch immer gefreut, wenn sein "innerer Makel", die Stimme seiner Magie, endlich mal versucht hat ihm ein bisschen Verstand einzuprügeln. Diese innere Stimme hatte wirklich etwas für sich und war auch sehr interessant. Leider kam sie viel zu selten vor. Was auch darauf zurückzuführen ist, dass Jillan wenig Platz als Hauptcharakter in diesem Buch bekommt. Was mich zum Teil auch etwas genervt hat war, dass Jillan und eine Frau aus Stein, ein weiterer Nebencharakter, wirklich zu oft sehr blauäugig und zu vertrauensselig waren. Frei nach dem Motto: Oh, der Fremde Mann, der wird mir schon nix tun, der gibt mir Schokolade, ach mit dem geh ich mit. Dies steht im krassen Gegensatz zu den Bösewichtern, die einem als so übermächtig erscheinen, dass man sich fragt, wie können die Jillan eigentlich so lang entkommen lassen und wie soll man die überhaupt besiegen. Im Allgemeinen kommt mir für meinen Geschmack das Buch zusätzlich etwas zu religiös vor. Es werden zum Teil auch Vergleiche zu diversen "Hinterteilen"gezogen, um es mal nett zu formulieren, wo ich mich dann doch gefragt habe...was zur Hölle?

Mein Fazit:
Auch wenn ich dieses Buch eher in die Jugendbuchliteratur einordnen würde, könnte ich dieses Buch niemanden weiterempfehlen. Die Bösewichter nehmen einfach zu viel Platz ein. Es gibt zu viele unwichtige Nebencharaktere, die ich auch gar nicht alle nennen wollte. Auch Jillan und seine innere Magiestimme kommen viel zu kurz. Man erwartet vieles durch den Klappentext, aber eigentlich ist alles ganz anders. Für die Jugendliteratur würde ich es teilweise sogar als zu verwirrend einstufen. Da es auch ein Mehrteiler sein soll, könnte ich mich nicht einmal ansatzweise dazu aufraffen den zweiten Teil zu lesen. Außerdem erscheint mir vieles schon als geklärt und die Aussicht auf den zweiten Teil schaut recht mager aus. Aus der Story hätte man sehr viel mehr rausholen können.

Der Vergleich zu Brent Weeks und Peter V. Brett, wie auf der Rückseite des Buches erwähnt wird, ist hier in keinster Weise gerechtfertigt. Ich vergöttere diese Autoren und ihre Kunst zu schreiben. Adam J. Dalton steht mit diesem Buch leider nicht einmal annähernd auf ihrem Level.