Dienstag, 7. Januar 2014

The Blade Itself - Joe Abercrombie


 The Blade Itself by Joe Abercrombie
(dt.Titel "Kriegsklingen")
536 Seiten 
 
The First Law: Book 1

Logen Ninefingers, infamous babarian, has finally run out of luck.
Caught up in one feud too many he's about to become a dead babarain,
leaving nothing behind but bad songs and dead freinds.

Jezal dan Luthar, paragon of selfishness, 
has nothing more dangerous in mind than winning glory in the fencing circle. 
But war is brewing, and on the battlefields of the forzen North they fight by altogether bloodier rules.

Inquisitor Glokta, cripple turned torturer, 
would like little better than to see Jezal come home in  a box. 
But then he hates everyone. Cutting treason out of the heart of the Union
 one confession at a time leaves little room for friendships - and his latest trail of corpses could lead straight to the rotten heart of the government ... if he can just stay alive long enough to follow it ...


Das ist also mein erstes Buch für die Einmal durchs Regal Challenge. Man möge mich nicht erschlagen, denn ich habe schon seit einer halben Ewigkeit keine Rezension mehr geschrieben. Deshalb schreib ich einfach mal drauf los....
Ich habe dieses Buch schon vor einiger Zeit gekauft, nachdem ich die Nightangel Trilogie beendet hatte. Es sprang mir sofort ins Auge durch die schöne Aufmachung und den Klappentext. Es roch förmlich nach Anti-Helden und nach einem Bruch mit den klassischen Klischees im Fantasy-Bereich. Leider habe ich es dann nach einem Kapitel zur Seite gelegt und seit dem aus Zeitgründen nicht mehr angerührt.

Schade eigentlich, denn das Buch hat reichlich Potenzial.
Der Klappentext gibt ja nicht viel her außer, dass drei Kerle die Handlung in irgendeiner Art und Weise bestimmen.
Worum geht es also? Ganz ehrlich....keine Ahnung...
Also das große Ganze, das Ziel, was wollen wir hier als ganz großen Knall verhindern/wahr machen/flach legen ist nicht so recht aus zu machen.

Wir haben 3 große Mächte: Die Union, die Nordländer und Gurkuhl. Der Großteil der Handlung findet in der Union statt, ein Reich dessen Regierung, Regeln und Adelshäuser so langsam mächtig Schimmel ansetzen. Der König ist ein alter Sack, der seine Söhne nicht mehr erkennt, so ziemlich den ganzen Tag schläft und vor sich hinsabbert, während ein Rat für Ihn die Entscheidungen fällt. Der letzte Krieg liegt zwar nicht mal 10 Jahre zurück, dennoch halten sich die Adligen für die größten Kämpfer, ohne je wirklich ein Schwert in der Hand gehalten zu haben. Die Adligen bekleiden zudem natürlich auch die höchsten Ränge in der Armee. Im Norden der Union leben die Nordländer, ein Babarenvolk. Nicht Adliges-Blut sondern Kampfgeschick bestimmen hier den Wert in der Gesellschaft und Krieg gibt es sowieso am laufenden Band. Die Landschaft und das Wetter sind unbarmherzig. Zudem machen die Shanka, auch Flatheads (Flachköpfe - ich musste da schon ein bisschen lachen :X ) genannt, mächtig Ärger. Die dritte Macht liegt im Süden, viel wird darüber nicht erzählt, außer dass es an ein Wüstenreich erinnert und der Emporer ein kaltblütiger Mann ist.

Das Buch lebt eigentlich nur von den interessanten Charakteren darum stelle ich euch kurz die drei Hauptfiguren und ihre Sidekicks vor:

Inquisitor Glokta war zu Beginn des letzten Krieges einer der besten Schwertkämpfer des Landes. Nachdem er aber über 2 Jahre gefoltert wurde ähnelt sein Aussehen eher einem 90-jährigen Krüppel. Seine überhebliche Art hat er jedoch, ganz anders als sein schneidiges Aussehen und Glück mit den Frauen, nicht verloren. Wie Joe Abercrombie diesen Mann schreibt ist einfach nur wahnsinnig amüsant. Er spricht kaum direkt, aber seine Gedankenrede strotzt nur so vor Sarkasmus. Glokta wird von Tag zu Tag von Schmerzen geplagt und kämpft gegen seinen größten Feind...die Treppen. Sein inneren Dialoge und Gebrechen wurden einfach nur genial beschrieben. Seinen Job kann er natürlich, verkrüppelt wie er ist, nicht allein erledigen. Dafür hat er zwei Handlanger, Frost und Severard. Frost ist der Mann fürs Grobe. Er spricht schlecht (seine Zunge fehlt glaube ich) und ist an sonsten eigentlich nur ein Schrank mit zu viel Muskelkraft und null Mimik, geschweige denn Humor. Severard dagegen ist ständig am grinsen und übernimmt die subtileren Aufgaben. Die Drei zusammen ergeben das perfekte diabloische Team.

Captain Jezal dan Luthar ist so ziemlich Gloktas Ebenbild in jungen Jahren, nur leider ist er ein fauler, selbstverliebter kleiner Sack ohne Eier. Man könnte vielleicht meinen er mausert sich zum edlen Ritter in glänzender Rüstung, aber falsch gedacht. Er muss das Fechten erlernen um durch einen Sieg im Fechtturnier Ruhm, Ehre und eine respektable Position zu gewinnen. Sein bester Freund ist General West, ehemals bester Freund von Glokta, ein gewöhnlicher Bürger, der durch seinen Sieg im Wettkampf seinen Ruhm und seine Ehre bereits gewonnen hat, was so ziemlich keinen Adligen interessiert. Die zwei sind ein recht eigenartiges Paar. Jezal kann einem schon ziemlich auf die Nerven gehen und wenn man zu Anfang noch von West denkt, er ist ein Mann mit weißer Weste...weit verfehlt.

Logen Ninefingers...Oh, ich liebe diesen Mann ...ein Bär von einem Mann aus dem Norden, der mittlerweile schon zu viel gekämpft hat für seinen Geschmack. Er weiß wie hart das Leben sein kann und vorallem wie man kämpft. Auch er ist nicht der Kandidat für die glänzende Rüstung, sein Character ist auch nicht der beste, aber er ist umso mysteriöser und vorallem ehrlich. Logan hat einige Fähigkeiten, deren Ursprung nicht ganz klar sind. So spricht er beispielsweise mit den Spirits, welche ihn auch zu Byaz dem höchsten der Magus führen. Einem Magier, der recht wenig Magie verwendet, aber wenn dann umso härter und unbarmherziger. Er erinnert einen mehr an einen Metzger als einen Magier.

Eine weitere interessante Figur, die erst im zweiten Teil des Buches erscheint, ist Ferro, eine dunkelhäutige Frau mit gelben Augen aus dem Süden. Eine ziemlich flinke Kratzbürste, die ihr Ziel mit Pfeil und Bogen nie verfehlt. Sie lebt nur nach dem Kredo der Rache. Ich muss leider auch immer ein bisschen lachen, wenn ihr Name erscheint, da ich immer Ferrero statt Ferro lese. Seit dem kann ich sie nicht vollständig ernst nehmen.  ^~^;;;

Mein Fazit:
Das Buch erzhählt die einzelnen Geschichten der jeweiligen Charactere, man lernt Ihre guten und schlechten Seiten kennen, wie Sie zum Teil aufeinander Treffen und wie die Welt in der Sie leben so langsam auseinander bricht. Ein Sturm ist im Anmarsch, nur hat man ständige das Gefühl man hat das volle Ausmaß noch nicht begriffen. Was ist Magie und wie funktioniert Sie? Sind die Sagen wahr?
Was die Geschichte vorantreibt ist das große Unbekannte. Worum geht es? Was passiert hier eigentlich? Wann treffen diese Menschen aufeinander, die sich gegenseitig hassen und so eigentlich gar nicht zueinander passen. So richtig Aktion gibt es eigentlich erst auf den letzten 100 Seiten und selbst am Ende weiß man nicht was hier überhaupt abgeht.
The Blade itself scheint mir zudem wie eine Mischung aus Troja dem Film und die Gemeinschaft der 9 aus Der Herr der Ringe zu sein. Aber wohl eher die Badass-Variante der Gemeinschaft und unser Gandalf ist nicht ganz so gutmütig wie er zu sein scheint.
Im Ganzen finde ich das Buch sehr lesenswert und hoffe auf mehr Aktion in den nächsten Bänden. Ich bin außerdem sehr dankbar das Buch im Englischen gelesen zu haben, da die vulgäre Sprechweise der einzelnen Figuren besser rauskommt. Man empfindet dieses Buch eher wie ein Vorwort zu den kommenden Büchern. Es ist nichts, das auch nur annähernd in sich abgeschlossen ist. Jedoch hat Joe Abercrombie eine wundervolle Art auf vulgäre Art und Weise zu schreiben und zu beschreiben. Sein Sarkasmus ist auch nicht zu verachten. ;)
Wer also nach einem Fantasy-Buch der anderen Art mit einem Haufen Anti-Helden sucht ist hier ganz richtig.

PS: Tja das war sozusagen mein erster Blogeintrag. Ich weiß hier ist noch ziemlich viel zu tun und das Schreiben geht auch noch nicht so leicht von der Hand, aber wir werden sehen. Ich freue mich natürlich über Kommentare und Kritik. Vielleicht habt ihr ja auch das Buch gelesen und schreibt mir wie ihr das Buch findet.